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‘Großschadenslage nach Maß’ im BOTC am Airport Weeze (BOTC)

Niederländische Innenministerin Guusje Ter Horst und Parlamentarischer Staatssekretär Manfred Palmen (MdL) eröffnen multidiziplinäres Übungszentrum

Nuklearunfälle, Terroristische Anschläge, Geiselnahmen, Großschadenslagen, Brände und mehr. Fast jede auch nur denkbare Katastrophe oder Großschadenslage kann ab sofort im Übungszentrum BOTC in Weeze (NRW) dargestellt werden. Seit Jahren schon besteht bei unseren niederländischen Nachbarn, bei den dortigen Rettungs- und Hilfsorganisationen, das Bedürfnis Großschadenslagen multidisziplinär, d.h. in Zusammenarbeit aller an einer solchen Lage beteiligten Rettungsorganisationen und im größeren Ausmaß zu üben.
Marcel van Haren, Geschäftsführer des „Brandweer Opleidings- en Trainingscentrum“ (kurz BOTC), ergriff seine Chance und realisierte ein für diese Zwecke ausgerichtetes Übungs- und Trainingszentrum auf dem Gelände des Airport Weeze am Niederrhein. „Dieses Zentrum ist bezogen auf seine Größe und die realistischen Trainings-möglichkeiten einmalig in Europa“, sagte Marcel van Haren.
Am Montag, dem 19. Januar eröffnete die Niederländische Innenministerin, Guusje ter Horst in Anwesenheit des parlamentarischen Staatsekretärs Manfred Palmen und rund 300 geladenen Gästen aus der deutsch - niederländischen Region das neue Trainingsgelände.

Ziel des BOTC ist es, Situationen so “echt” wie möglich darzustellen und sie ihrem dynamischen Verlauf anzupassen. Marcel van Haren, Geschäftsführer des BOTC: „Als ehemaliger Berufsfeuerwehrmann weiß ich wie Übungsvorhaben ablaufen und wie es sich in der Realität darstellt. Auf Dauer weiß man bei Übungen schon im Voraus, wo genau der Brandherd ist und erfährt von Kollegen was einen bei einer Übung erwartet. Bei uns ist das ausgeschlossen. Aufgrund der Größe und der realen Objekte sind wir in der Lage, in Zusammenarbeit mit den Führungskräften vor Ort, noch während des laufenden Trainings neue Wendungen oder „Überraschungen“ für die Einsatzkräfte einfließen lassen.
Zudem arbeiten wir hier im Bereich für die Feuerwehren nicht mit gasunterstütztem Feuer sondern verwenden für diese Zwecke unbehandeltes Holz und können damit noch realistischer den Eindruck von Hitze und Rauch darstellen“.

Vom Kindergarten bis hin zu einer ganzen Wohnsiedlung
Das Übungsgelände verfügt über eine, für diese Zwecke, besonders geeignete logistische und gebäudetechnische Infrastruktur, weil es sich bei dem Übungsgelände um eine ehemalige Britische Militärliegenschaft handelt. Auf dieser 15 ha großem Trainingsanlage sind verschiedene Szenarien dauerhaft installiert worden. So gibt es einen 150 m langen Autobahn-abschnitt mit Mittelleitplanke und Auf- und Abfahrt, eine Tankstelle mit entsprechendem Tankwagen, einen ehemaligen Kindergarten und einen eigens angelegten 500 Meter langen Gleisabschnitt mit Bahnübergang und Waggons. Es gibt außerdem ein Kleinflugzeug, ein Kraftwerksgebäude und ein Wohngebiet mit rund 300 Wohneinheiten. Schulungsgebäude sind ebenfalls vorhanden. Van Haren:“ Unser Areal ist so groß, dass am Tag rund 250 Einsatzkräfte 10 verschiedenen Einsatzstellen üben können, ohne dass sie von anderen übenden Einheiten gestört werden.“

Multidisziplinär
In den letzten Monate hat das BOTC -Team intensiv daran gearbeitet aus dem ehemaligen Royal Air Force - Gelände ein professionelles Übungszentrum für Feuerwehren, Rettungs-organisationen, Polizeien oder Sondereinsatzkräfte zu entwickeln. Das Trainingsareal wurde so gestaltet,  dass alle Übungsgruppen zusammen oder auch jede für sich trainieren kann.
Ehemalige Unterkunftsgebäude wurden aufwändig renoviert. So finden die Übungsteilnehmer heute einen gut funktionierenden Hotelbetrieb vor. Bis zu 160 Gäste wohnen hier, ein Catering-Betrieb sorgt im Zentralgebäude – dem ehemaligen Royal Officers Club – für die Verpflegung. Bereits in der Startphase dieses Projektes wurden die einzigartigen Übungsmöglichkeiten von Einheiten aus den verschiedenen Bereichen genutzt, getestet und durchweg für gut befunden. Vor allem niederländische Sondereinsatzkommandos und auch eine Reiterstaffel haben bisher Übungen absolviert. Außerdem haben hier bereits Führungslehrgänge für niederländische Polizisten stattgefunden. Das Gelände wurde außerdem bereits mehrfach von dem für den deutschen Markt zuständigen Partner, der Firma Buil aus Kleve genutzt.

Ministerin Guusje ter Horst und Parlamentarischer Staatssekretär Manfred Palmen
Der  Airport Weeze als Standort für das neue BOTC - Trainingszentrum hat für Marcel van Haren entscheidende Vorteile: „ Die euregionale Lage mit kurzen Wegen auch zu unserem zweiten Standort in Boxmeer ist perfekt. Über die Ryanair Flugverbindungen nach Weeze wird unser Trainingsangebot auch für Trainingsteams aus ganz Europa interessant. Unser BOTC bekommt so einen internationalen Charakter und wir können Einheiten aus aller Welt die Möglichkeit bieten miteinander zu üben und Techniken und Vorgehensweisen auszutauschen.“ 
Um diesem Charakter Ausdruck zu verleihen, wird die feierliche Eröffnung durch die niederländische Innenministerin Guusje ter Horst und ihrem deutschen „Kollegen“, dem Parlamentarischen Staatssekretär aus dem nordrhein-westfälischem Innenministerium Herrn Manfred Palmen (MdL) durchgeführt.

Eröffnung
Den zur Eröffnung geladenen Besuchern, die mit Bussen über das Gelände fahren, werden an sechs verschiedenen Stationen Übungslagen präsentiert. So werden ein Zimmerbrand in einem Obdachlosenheim, sowie ein PKW-Brand dargestellt. BOTC – Chef van Haren: „Während der offiziellen  Eröffnung möchten wir unseren Gästen einen Überblick über unsere vielfältigen Trainingsmöglichkeiten geben. Sie sehen den status quo der Anlage. Wir arbeiten intensiv aber auch an der Weiterentwicklung unseres Angebots. Wir sind in engem Kontakt zu unseren Kunden und kooperieren mit Behörden und internationalen, wissenschaftlichen Instituten. So arbeiten wir zum Beispiel  mit dem TNO zusammen, einem mit dem deutschen TÜV vergleichbares, niederländisches Forschungsinstitut. Damit sind wir stets im Bilde über Innovationen und neue Techniken im Rettungswesen und in der Brandbekämpfung. Dieses Wissen fließt unmittelbar in unsere Anlage am Airport Weeze ein. Wir können unseren Kunden damit jederzeit Trainings auf höchstem Niveau garantieren.“




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